Freitag, 17. September 2010

Aus dem Westen optimistisch?? - mal was Neues...


So lange habe ich nichts mehr auf diesen Blog geschrieben - mehr als zwei Jahre sind seit dem letzten Eintrag vergangen. Wieso eigentlich?? Manchmal ist es wohl so, dass das Privatleben so intensiv ist, dass es für Ueberlegungen und intelligente Sprüche keine Zeit mehr lässt. Manchmal ist auch so, dass einfach so viel läuft, dass keine Zeit mehr bleibt.
Wer diesen Blog überhaupt noch liest und lesen wird, ist mir rätselhaft.. bestimmt haben schon alle vergessen, dass es diesen Blog noch gibt... und das ist ja vielleicht auch ganz gut so.
So viel ist in den letzten zwei Jahren passiert...aber darauf möchte ich eigentlich gar nicht besonders genau eingehen.

mehr als das Vergangene interessiert mich jetzt die Zukunft. Meine Zukunft, die Zukunft derer, die mich umgeben, die Zukunft im Allgemeinen und im Spezifischen. Eigentlich sind dies auf der einen Seite sehr trübselig stimmende Gedanken, die ich da haben könnte.
Die Welt um mich herum, um uns alle herum ist voller Hass und Ungerechtigkeiten, voller Unzufriedenheit. Vor allem in "meiner" Musikerwelt. Wir tun alle so, als ob alles so friedlich wäre und gucken auf youtube, ob es nicht doch eine schlechte Aufnahme gibt, die ja beweist- so spiele ich auch - und sowieso, es ist ja nur so, dass ich nicht entdeckt werde/worden bin, weil ich nicht zu einer Gruppe der verschiedenen Musiker-Mafias gehöre. Ich kann das nicht mehr hören. Warum muss es denn immer so sein, dass in der Musik und in der Kunst im Allgemeinen so viel geschwatzt wird!!! Hat es denn nicht für alle Platz? Ist es mir denn nicht schnuppe, wer mit wem wofür was getrieben hat??? Was steht denn im Vordergrund einer musikalischen Karriere? Oder was sollte im Vordergrund stehen? Neid? Schadenfreude? Politik? Mafia? Oder vielleicht doch NUR die Musik? Ist das überhaupt noch möglich, war es überhaupt jemals so? Ist Musik für Musik eine Utopie? Vielleicht. Aber doch sicher eine erstrebenswerte.
ich bin manchmal eifersüchtig. Manchmal im Privatleben, manchmal in der Musik -ich glaube - hoffe - das sind wir alle manchmal. Aber nie auf jemanden, der es besser kann. Oder dann nur klammheimlich und mit schlechtem Gewissen....
Was mich aber einfach nur krank macht, ist andauernd die Fehler bei den andern zu suchen. Und das ist jetzt nicht nur in der Musikwelt so. Immer ist jemand anderer schuld. Und alles wird nur schlechter. Und alle sind in einer Mafia drin. Nur ich brave, anständige, unentdeckte halt.... Das ist Mist. Wer das Gefühl hat, muss nichts machen. Ja, es gibt Mafia, es gibt Lobby, der eine hilft dem anderen. So ist es, so ist es immer gewesen, so wird es immer sein.
Pessimistische Gedanken.... Buuuuuuuuu....

Aber kein bisschen fühle ich mich pessimistisch. Im Gegenteil. Eher optimistisch.
Und beim optimistischen werde ich bleiben. Denn so sehr ich auch versuche, pessimistisch zu wirken, irgendwie klappts nur für ein Weilchen.
Beinahe 27 Jahre kämpfe ich mich nun durch den Dschungel des wilden Lebens;-) Tja, wie ich noch klein war, da dachte ich mir immer, "Wow, mit 27 - da ist man ALT, sicher sehr weise, etc etc"... denkste! Natürlich - man lernt... wie heisst es doch so schön "aus Fehlern wird man klug, drum ist einer nicht genug", naja, kann man wohl so sagen.
Einer pro Konzert ist nicht genug und einer pro Leben auch nicht.

Gerade bin ich wieder auf einem Jorge Drexler-Trip. Denn nein, ich höre nicht nur klassische Musik in meiner Freizeit.... Jorge Drexler zu hören ist, wie in ein Wohlbad von Erklärungen einzutauchen. "Lo que tenga que ser, que sea y lo que no - por algo sera" - Was sein muss, soll sein und was nicht - das wird schon seinen Grund haben... Oh ja, damit kann ich leben. Und damit kann MAN leben. Denn ich glaube fast noch mehr an das Schicksal als an Lobbies.
Ich merke, ich werde altersweise. (sehr ironisch gemeint) oder auch immer dümmer.
Jedenfalls gibt es nichts schöneres für mich, als die Leute, die mir zuhören, verzaubern zu können. Zu wissen, wie ich den Ton spielen möchte, damit er seinen Sinn hat im Musikstück und in den Ohren der Zuhörer. Und seine Botschaft überbringt. Wem? Was? Das ist mein Geheimnis.
Ich kann mich noch so gut erinnern, wie ich aus dem Austauschjahr in Chile zurückkam und wir mit meinem besten Freund darüber redeten, dass wir Glück haben: Unsere Erinnerungen kann uns NIE jemand wegnehmen. Die gehören einfach uns, zu uns.... und so ist es doch auch mit der Musik. Nie kann sie mir jemand wegnehmen. Ich fühle mich privilegiert.
Am 27.9. in der Tonhalle spiele ich das "Hauptkonzert" meiner privaten Konzertsaison. Und ich freue mich schon so darauf. Natürlich habe ich Lampenfieber. Es gibt immer diesem Moment, wo man denkt, "O Gott, das kann ich nicht". Und das stimmt nie. Man kann immer. Aber man muss daran glauben. Und denken, dass das geht. GANZ FEST!!! Und es geht immer und deshalb freue ich mich so. Denn was auch für böse Lobbies um mich herum lobbieren und wirbeln und gegen und füreinander arbeiten - mich stört es ja nicht, denn ich muss/DARF ja einfach spielen.
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