
Meine Lieben!!!!!!!!!!!!!!!
Der Herbst ist da!!! Die Blätter fallen von den Bäumen, es regnet, ist ziemlich hässlich, windet, ist kalt und unfreundlich.
Und ich bin glücklich, strahle das Leben an, fühle mich so gut wie schon lange nicht mehr.
Ich habe viele Klavierstunden, übe sehr fleissig, gehe in Konzerte, habe Projekte, Proben, Russisch-Lektionen.
Das Leben hat mich in seinem Bann. Alles hat seinen Sinn, seine Zeit.
Ich war am letzten Montag in der Admiralitätskirche und habe eine Kerze angezündet, einfach, um mal danke zu sagen. Wem? Das kann ich nicht genau definieren. Allem. Der Welt, dem Himmel, den Menschen um mich herum...
Die Klavierstunden sind besser denn je zuvor. Ich lerne enorm viel, übe enorm viel, weil ich will, weil ich das Bedürfnis dazu habe, ich fühle mich voller Energie, Kraft, Inspiration. Mein Lehrer ist sehr mit mir zufrieden und ich hoffe, dass die Jury des Migros-Stipendium mit ihm einverstanden sein wird. Jetzt gerade spiele ich Beethovens 31. Sonate, ein Werk von Clara Schumann, Bach Präludium und Fuge in E-Dur (1. Buch WTK), Webern Variationen op.27, Debussy-preludes (Nr 1, 2, 3, 8, 10, 12), Mozart-Konzert d-moll und Schumann-Konzert.
Viel zu viel eigentlich aber ich freue mich an jeder Note.
Am 24. werde ich in einer Orchester-probe das d-moll Mozart-Konzert spielen. Mein Freund João aus Portugal hat mich gebeten, ihm zu "helfen", da er in seinem Dirigier-Examen einen Solisten begleiten muss. Und da sein Lehrer ihn gerade um ein klassisches Konzert gebeten hat, machen wir zuerst den Mozart und dann später einmal Schumann. Wir haben gerade in der letzten Woche schon ein paar mal miteinander geübt, und es sieht aus, als ob es eine gute Probe würde. Wer weiss, wer zuhört, wer weiss, was daraus werden kann. Ich werde es sicher auf Video und Audio aufnehmen und Euch irgendwie schicken.
Ausser dem strengen Unterrichts-Leben nehm ich mir jede Woche oder zumindest alle 10 Tage einen übfreien Tag. Gehe ins Museum (ich war am letzten freitag in der Ermitage, es war einfach genial), putze mein Zimmer und tue sonst all die Dinge, für die ich sonst keine Zeit habe (wie zum Beispiel Internet). Ich habe neue gute Freunde gewonnen, trinke mit ihnen Tee, Kaffe, manchmal auch stärkeres, rede über das Leben in russisch, englisch, spanisch, französisch und spiele mit ihnen ab Blatt neue Werke. Zum Beispiel Schuberts f-moll-Fantasie. Wie schön.
Um ehrlich zu sein gibt es seit ein paar Tagen jemanden in meinem Leben, der mir jede Stunde noch versüsst. Aber mehr will ich noch nicht sagen. Ich bin schon glücklich genug mit meiner Musik. Trotzdem....
Konzerte gibts viel zu viele, als dass man sie alle besuchen könnte. Gestern war das Eröffnungskonzert der internationalen Konservatorium-Woche. Das Konservatorium-Studenten-Orchester hat gespielt. Die erste Hälfte wurde von einem Russen dirigiert, Glasunov-Ouvertüre, Stravinskij-konzert für Klarinette und Jazz-Ensemble, Klavierkonzert von Tischinko (Schüler von Shcostakovitch, Professor unserer Schule). Es war super.
Die zweite Hälfte, haltet Euch fest: Maris Jansson als Dirigent. Suite aus Romeo und Julia von Prokoviev. Es war GENIAL.
Jede Note an seinem Ort, jeder Quadratzentimeter voller Energie. WOW!!!!!!!!!
Ja, und in den Russisch-Stunden lese ich über Rimsky-Korsakov, über seine Opern, sein Leben. Auf russisch, wer hätte das gedacht.
Ich kann mich nicht beklagen, mir gehts gut.
Ich hoffe sehr, Euch auch. Schreibt mir, ich freue mich über jede Nachricht.
Fotos gibts auch wieder mal mehr.. ich muss noch ein paar neue machen. Keine freie Zeit:-))
Alles, alles Liebe
Luisa