Donnerstag, 13. Dezember 2007

morgen kommt der Weihnachtsmann...


meine Lieben!

Ich kann es nicht fassen, wieviel Zeit seit dem letzten Eintrag verstrichen ist.
Unglaublich.
Und die Zeit rennt einfach weiter... so schnell geht alles...

Ich war in der Schweiz, so ziemlich inkognito, wenn ich das mal so sagen darf, nur für knapp eine Woche. Ich habe für das Migros-Stipendium vorgespielt (Resultat noch nicht bekannt) und war deshalb sehr beschäftigt. Daher ist auch das Foto unserer kleinen Weihnachs-Vorfeier. Mama hat soooooooooooooo gut gekocht, dass ich mich immer wieder daran erinnere und allen meinen Freunden hier schon vorgeschwärmt habe.

Und jetzt bin ich wieder im geliebten Studentenheim in Petersburg und versuche, meinen Stundenplan als nun ofizielle Doktor-Kursprogramm-Studentin zu organisieren. Das einzige, was bis jetzt feststeht ist "Aesthetik" am Freitag von 11.15 bis 15.00. Also gehe ich da morgen zum ersten Mal hin. Ansonsten ist niemand sonderlich gestresst in der Organisation der Fächer. Irgendwann fange ich dann mit Italienisch an, Methodik und Psychologie wohl auch und dann sollte ich noch vier Stunden Russisch unterbringen, und ja, klar, Klavierstunde und Kammermusik...??!!
Ich denke nicht zu viel und habe mal viele Weihnachtsgueli gebacken. Man soll den Tag nicht vor dem abend stressen, stimmts???
Denn die letzten drei Tage waren fast ausschliesslich Franz Schubert gewidmet. Ich bin wieder einmal bis über beide Ohren in ihn verliebt, seine drei Klavierstücke DV 946 sind mein neues Ah und Oh, also waren die Tage seit meiner Ankunft schon wieder ganz erfüllt von guetzlen, üben, und organisieren...

Ueber meine Pläne kann ich schon ein wenig verraten: am 29. Januar fliege ich wieder in die Schweiz. Ich versuche, anfangs Februar ein paar Konzerte zu organisieren, Programm ist bekannt, Ort und Zeit noch nicht:

Beethoven, Sonate op.110 (Nr. 31)
Schubert, Drei Klavierstücke DV 946
****
Debussy, 12 préludes (I livre)

Jaja, so geht das Leben voran. Ich kämpfe manchmal mit mir, habe manchmal das Gefühl, im Sumpf Russlands zu versinken, im Sumpf von Selbstmitleid, Unsicherheit, Stress.
Und dann sage ich mir, ich bin eigentlich schon blöd, traurig zu sein, wenn ich doch, egal wie, ein ganzes Leben voller schöner Musik vor mir habe, wenn ich mich doch so glücklich schätzen kann, das zu machen, was mir am meisten Freude macht, wenn ich liebe Leute um mich habe, Leute, die an mich denken, mir Ihre guten Gedanken schicken und an mich glauben.. es ist ein ewiges hin-und her, hier in der Dunkelheit des Nordens kommen die schwermütigen Gedanken eben schneller als im sonnigen Südamerika. Und auch der rockige Weihnachtsbaum auf dem Strassen-Kreisel in der Nähe des Studentenheims blinkt und glitzert nicht immer so freundlich...

Also hilft nur eins: Schubert....

So, Schluss mit Sumpf, ich wollte eigentlich sagen, dass es mir gut geht hier. Ich merke nämlich, wie sich mein Sozialnetz ausbreitet und manchmal staune ich schon, wieviel Leute ich hier schon kennengelernt habe, und wieviele Leute mich kennen. Und ich freue mich an den kleinen Dingen des Lebens. Und an den grossen auch. Denn es gibt mehr, um sich zu freuen als traurig zu sein und das ist gut.
Weihnachtszeit ist halt auch komisch, so fern, im wahrsten Sinne des Wortes....
fern von "zuhause", von Mama, von Valentin. Und von Papa. Und die Trauer kommt in letzter Zeit so häufig zum Vorschein.

Aber es geht weiter, immer voran, und wir werden sehen, was für Ueberraschungen das Jahr 2008 bereit hält... Auf jeden Fall freue ich mich immer über alle post, die ich bekomme, und ich werde jetzt auch wieder mehr schreiben, VERSPROCHEN!!!

So, jetzt wieder zu Schubert, ich bin schon völlig süchtig geworden...

Meine Lieben, schreibt mir, ich freue mich!!!
Und ich schicke Euch tausend Grüsse, Umarmungen, Küsse.

Alles alles Liebe

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