Das ist schon lange her seit meinem letzten Eintrag. Wieviele Dinge sind in der Zwischenzeit passiert....
Am 8. Juni ist mein Vater gestorben. Ich konnte ihn noch sehen. Zusammen mit meiner Mutter und meinem Bruder waren wir bei ihm. Er fehlt mir unglaublich. Ich merke es an den kleinen alltäglichen Dingen.
Der Tod ist so etwas schrecklich endgültiges. Vielleicht nicht für den Toten - daran glaube ich, das hoffe ich. Aber für die Lebenden. Die Lücke ist so gross. Es tut richtig weh.
In solchen Situationen merkt man, wer wirklich zur Familie hält. ich bin allen, die uns in dieser Zeit beistehen, einfach ganz unglaublich dankbar. Wie sehr habe ich gemerkt, dass alle Worte helfen. Wenn ich bis jetzt auf der "andern" Seite war, wenn ich jemandem sagen musste, wie leid mir sein Verlust tat, fand ich nie die richtigen Worte und habe mich oft darüber aufgeregt, jetzt habe ich gemerkt, es gibt keine falschen Worte - alles tut gut. Danke.
Und doch - das Leben hier auf der Erde geht weiter. Es wird Tag und Nacht und wieder Tag - das wird sich auch nicht ändern.
Am 25. Juni habe ich die Aufnahmeprüfung am Rimsky-Korsakov-Konservatorium für das Doctorate-Program geschafft. Damit ist das "Vorbereitungssemester" zu Ende gegangen und ab September beginnt das richtige Studium.
Meine Sommer-Pläne sind auch klar. Ich bin seit einer Woche wieder in der Schweiz. Das Wetter ist zum Kotzen - aber der Flügel in unserem Heim beflügelt mich zum weiterarbeiten. Da ist Regen gar icht so schlecht. Ich besuche Papa auf dem Friedhof. Versuche, ihm immer wieder zu sagen, wie lieb er uns allen war und bitte ihn, uns zu begleiten, wenn es irgendwie geht... Und irgendwie gehts....
Ja, Sommerpläne: eben wie schon angetönt üben üben üben... dann eine Woche Portugal vom 2. bis zum 9. August. Ich werde eine neue Freundin von mir in Porto besuchen. Sie hat auch in Petersburg Kalvier studiert, jetzt allerdings wird sie in der Schweiz weiterstudieren!!! Ich freue mich schon riesig auf diese Woche...
Am 25.August werde ich in Zürich ein Konzert geben, genaueres weiss ich selbst noch nicht.
Und ab 30. August bin ich in Vevey, am Clara Haskill-Wettbewerb. Deshalb arbeite ich so viel. Und dann gehts schon wieder nach Petersburg, einem neuen Lebens- und Studienjahr entgegen....
Ich freue mich schon wieder auf mein Zimmer im Studentenheim. Ich habe es über den Sommer reserviert, ich werde es also so richtig muffig wiederfinden. Aber immerhin, mit meinem schönen Klavier, meinen Dingen.... und wer weiss, vielleicht geschieht im Sommer ein Wunder und alles erscheint neu renoviert....
Vor meiner Abreise habe ich noch ein paar Tage gefeiert - nicht nur ich musste verabschiedet werden, sondern ganz viele- vor allem die Studenten, die im nächsten Jahr nicht mehr wiederkommen...
Ein paar Fotos seht ihr hier:
![]() |
| Juni 2007 |
Ja, so geht das Leben weiter, hier in der Schweiz geniesse ich trotz Regen das grün überall, die Ruhe, das Vögel-zwitschern...und ich freue mich am üben, jeden Tag etwas mehr.
Alles Liebe an alle

Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen